»25 Jahre KWF« – Aus der Sicht von KWF Vorstand Erhard Juritsch

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»25 Jahre KWF« – Aus der Sicht von KWF Vorstand Erhard Juritsch

Von links nach rechts: Klaus Wutte (KWF Kurator 2009-2013), Erhard Juritsch (KWF Vorstand), Sara Schaar (Landesrätin), Wolfgang Bulfon (KWF Kurator 1993-2003), Gaby Schaunig (LHStv., KWF Aufsichtskommissär), Gilbert Isep (KWF Kurator 2004-2008) - im Hintergrund Horst Eder (KWF Ersatzkurator) - ©fritzpress

Die Gründung des KWF Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds am 16. April 1993 war für aktionistisch agierende Politiker ein »Betriebsunfall«. Für Kärnten war es ein Glücksfall der Wirtschaftspolitik. Das Zusammentreffen mehrerer Faktoren hat dazu geführt: eine starke Opposition (FPÖ | Jörg Haider), ein Haftungsfall des Landes mit einem Schaden von ca. 70 Mio. EUR (Zellstoff Magdalen) und ein visionärer Landesrat Max Rauscher (SPÖ), der seinen Nachfolgern weder seine Machtfülle noch die Verantwortung für jede Einzelentscheidung hinterlassen wollte. Der damals amtierende Landeshauptmann Christoph Zernatto (ÖVP) sah unter dem Schlagwort »Entpolitisierung« für die Wirtschaft Vorteile. So ist meine Sicht. Was ist aber das Außergewöhnliche am KWF-Gesetz? Die konsequente Aufgabenteilung zwischen strategischer Ausrichtung und Budget durch die Kärntner Landesregierung einerseits und die einzelne Förderentscheidung durch den Vorstand und das Kuratorium andererseits. Beide Organe des KWF sind weisungsfrei.

Die Kärntner Wirtschaft hat sich seither sehr verändert. Die Einflüsse von Globalisierung und Technologie haben vor unseren Grenzen nicht halt gemacht. Und es gab immer Anlass und wird es auch in Zukunft geben, über Innovationen im Förderwesen nachzudenken und Programme zu gestalten, welche die Kärntner Unternehmen bei ihren Herausforderungen unterstützen. Förderungen können unser Bundesland im Wettbewerb der Regionen durch die Kohäsionspolitik (Ausgleich von Standortnachteilen) der EU – Kärnten ist Nettoempfänger – und durch die KWF Programme unterstützen. Dennoch müssen Förderungen ganz überwiegend auf die Stärken Kärntens setzen.

Förderungen stehen auch in der Kritik. Konkurrenten wittern Wettbewerbsnachteile. Wissenschaftler, die dem Markt zutrauen, die für uns alle besten Lösungen hervorzubringen, kritisieren Förderungen. Kritikpunkte sind ernst zu nehmen. Es daher nicht einfach, aber spannend, den Grenzgang zwischen dem strukturpolitischen Auftrag, langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Bundeslandes zu erhöhen und der Befriedigung unterschiedlicher Interessen umzusetzen. Die Transparenz der Entscheidungen mit der Veröffentlichung der Förderungen  erleichtert uns diesen Grenzgang wesentlich.

Förderungen sind wichtig, um neuen Unternehmen Starthilfe zu geben, die Finanzierungsnachteile von KMU abzufedern, Forschung und Entwicklung zu stimulieren und um es den KMU zu erleichtern, herausfordernde Investitionen umzusetzen. Im Wettbewerb der Regionen Europas kann Kärnten nur bestehen, wenn es viele herausragende Projekte gibt, die  von Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen sowie von Forschungseinrichtungen, die Weltspitze sind, erfolgreich umgesetzt werden.

Mag. Dr. Erhard Juritsch
Vorstand KWF
juritsch@kwf.at

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