START CIRCLES – Unterstützung für den Übergang von linearen zu kreislauforientierten Wertschöpfungsketten

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START CIRCLES – Unterstützung für den Übergang von linearen zu kreislauforientierten Wertschöpfungsketten

Das START CIRCLES Projektteam

Infobox

Projektleitung: Gospodarska zbornica Slovenije

Programm: Interreg VA Programm Österreich-Slowenien

Projektpartner:

  • Kompetenzzentrum Holz GmbH
  • LIMNOS doo, Podjetje za aplikativno ekologijo, asteenergy – Ingenieurbüro für erneuerbare Energie, Forst- und Holzwirtschaft
  • Fakulteta za tehnologijo polimerov
  • Karl-Franzens-Universität Graz
  • Forschung Burgenland GmbH

Projektlaufzeit: 09|2018 bis 12|2021
Projektbudget gesamt: 807 104,98 EUR (davon EFRE Finanzierung: 686.039,22 EUR)
Projektbudget Kompetenzzentrum Holz GmbH: 160.921,50 EUR (davon EFRE-Finanzierung: 136.783,27 EUR | KWF-Kofinanzierung: 21.159,00 EUR)

START CIRCLES ist eines von vielen Projekten, die von der EU gefördert werden. Wir haben bei einem Projektpartner nachgefragt, was seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt sind.
Herr DI Herfried Lammer von der Kompetenzzentrum Holz GmbH hat unsere Fragen beantwortet.

 

Was sind die Projektziele und wurden alle erwarteten Projektergebnisse bereits erreicht?
Projektziel ist die Steigerung nachhaltiger Innovationen und Ressourceneffizienz von KMU im Programmgebiet. START CIRCLES will für KMU den Zugang zu Informationen, Aktivitäten und Innovationspartnern verbessern, die Zusammenarbeit mit Forschung, Technologie und Entwicklung Partnern stärken und begleiten. Was bedeutet das konkret? Neben Workshops, Konferenzen oder persönlichen Interviews in denen zahlreiche Unternehmen erreicht und wo die Chancen der Kreislaufwirtschaft erörtert wurden, konnten 18 Unternehmen in Projekten unterstützt werden die bereits jetzt zu 9 neuen, nachhaltigen Produkten am Markt führten.
Kreislaufwirtschaft war am Beginn des Projekts noch weit weg, auch Worte wie Green Deal gab es noch nicht. Aber die mit Start Circles geleisteten Vorarbeiten in und für die Region sind heute aktueller denn je und stellen damit eine gute Basis für die langfristige Nutzung von Forschung und Entwicklung Infrastruktur oder Kooperation mit Forschungseinrichtungen dar.

 

Wie sind Sie dazu gekommen, ein grenzüberschreitendes Projekt umzusetzen?
Frei nach Andre Heller: »Die wahren Grenzen sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf sind sie nirgendwo.« In unserem Beispiel gibt es sehr gute Forschung und Entwicklung Einrichtungen beidseitig der Landesgrenze und die Kooperation erhöht kritische Massen, nutzt vorhandene Infrastruktur besser aus. Das führt zu besserer Kompetenz im jeweiligen Aufgabenbereich der auch wieder allen zu Gute kommt, weil damit sich die Gesamtheit verbessert. Kooperationen mit Einrichtungen wie die Universität Ljubljana, die Fakultät für Polymertechnologie, die Universität Maribor sind genauso vor unserer Haustüre wie die TU Graz, die Montanuniversität Leoben oder Silicon Austria Labs in Villach.

 

Inwieweit hat der kooperative Ansatz des Projektes Ihre Organisation sowie Ihre PartnerInnen im positiven Sinn verändert?
Neben der Bereitschaft zu Kooperation braucht man zwei wesentliche Punkte: das persönliche Kennen des anderen und das Wissen über die vorhandene Infrastruktur. Start Circles hat auch wesentlich zur Verbesserung des Austausches der wissenschaftlichen Partner beigetragen, in dem Fall vor allem für Materialien wie Holz und Kunststoff, sodass heute spezielle Anfragen von Firmen sehr rasch an die kompetenteste Einrichtung und Person weitergereicht werden können. Die kompetente Ansprechperson löst das Problem vielleicht in einem Tag, während der eigene Kompetenzaufbau unter Umständen Monate benötigt hätte.

 

Gibt es als Beispiel eine bestimmte Lehre die Sie & Ihre Partner gezogen haben?
Gerade in unserem Alpen Adria Raum ist die Grenze ja eine relativ junge Grenze. Eine Fahrt nach Ljubljana und andere Städte zeigt die gemeinsame Geschichte aus der Monarchiezeit deutlich an. Bauten wie Schulen, Post, Bahnhöfe oder Theater sind vertraut, und aus dieser Sicht heraus erkennt man auch, wie ähnlich die Menschen sind. Wenn man von Bregenz nach Lindau fährt, ist die Grenze sichtbarer, trotz gemeinsamer Sprache.
Man vergisst zu schnell, woher unsere Krainer Würstel ursprünglich kommen, und sie schmecken beidseitig der Grenze ausgezeichnet.

 

Was ist für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes entscheidend gewesen?
Projekte leben von Personen, und Start Circles hat sicher auch die Forschungsgemeinschaft in der Kooperation vorangebracht. Für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes war wichtig, dass alle Partner zusammengearbeitet haben. Es ist notwendig, dass sich die Projektpartner bei der Erfüllung bestimmter Aufgaben gegenseitig helfen und sich gegenseitig unterstützen und auch wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen.

 

Wenn Sie einem mit EU-Programmen unerfahrenen oder unentschlossenen Projektträger einen Ratschlag geben dürften, wie würde dieser lauten?
Unsere Brille ist Forschung und Entwicklung und die Aussage daher einseitig auf Innovationen oder Ideen gerichtet, die einen Forschungs- oder Entwicklungsaufwand benötigen. Sprechen sie mit einer Forschungseinrichtung! Falls diese nicht die geeignete ist, gibt es sehr wahrscheinlich aber in dessen Netzwerk und immer noch vor der Haustüre den richtigen Partner. Wenn diese Forschungseinrichtung in Slowenien ist, sind solche Interreg Projekte eine gute Wahl und die Forschungseinrichtungen helfen auch bei der Formulierung des Antrags.

 

Welche Idiomatik | Wortspiel schildert für Sie am besten die SI-AT grenzüberschreitende Kooperation in Kärnten im Hinblick auf die kommenden 7 Jahre?
Der Kreis hat keine Grenze und daher schaffen wir auch den Weg zur Kreislaufwirtschaft nur über grenzüberschreitende Kooperationen.

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