TourIK – Tourismus und Integration in Kärnten

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TourIK – Tourismus und Integration in Kärnten

„Das Projekt TourIK ist ein Leuchtturmprojekt für gelungene Integration von geflüchteten Menschen, weil es gleich zwei Herausforderungen unserer Zeit zu lösen vermag: einerseits den Fachkräftemangel in der Tourismus-Branche und andererseits die Einbindung geflüchteter Menschen in den österreichischen Arbeitsmarkt und die Zivilgesellschaft“ (Pfarrer Mag. Dr. Hubert Stotter, Rektor der Diakonie de La Tour)

Projekt „Vor-Lehre“ für junge Flüchtlinge als kooperatives Fördermodell gegen den Fachkräftemangel im Kärntner Tourismus

Am 12. Oktober 2017 fand in der Tourismus Fachberufsschule Warmbad-Villach die Kick-off Veranstaltung zum vom BMWFW geförderten Projekt „TourIK – Tourismus und Integration in Kärnten“ statt. 

Zielsetzung des Projekts ist es,  30 motivierte, geflüchtete Menschen – sowohl unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (UMFs) als auch asylrechtlich positiv beschiedene Menschen – nach einer umfangreichen Potenzialanalyse (Clearing) ein einjähriges Ausbildungsprogramm („Vor-Lehre“) des Vereins TW LAB Warmbad Villach an der Fachberufsschule Villach zu ermöglichen, wo diese optimal auf die zukünftigen Lehrberufe Koch/Köchin und Restaurantfachmann/-fachfrau vorbereitet werden.

Während dieser theoretischen als auch praxisnahen Ausbildung – unter Einbezug touristischer Partnerbetriebe (Hotellerie und Gastronomie) – zeichnet die Diakonie de La Tour für eine umfangreiche sozialpädagogische Betreuung verantwortlich.

Nach Absolvierung der touristischen Vorausbildung Mitte November 2018 sollen die angehenden Tourismusfachkräfte in die Kärntner Wirtschaft vermittelt werden, wo diese ihre reguläre Lehre beginnen. Die soz.-päd. BetreuerInnen der Diakonie begleiten die Lehrlinge und die am Projekt teilnehmenden Partnerbetriebe auch in den ersten neun Monaten des ersten Lehrjahrs bzw. bis spätestens Juli 2019, wodurch ein harmonischer Übergang in den regulären Lehrbetrieb sichergestellt werden soll.

Nach der umfassenden Potentialanalyse durch die Diakonie de La Tour und den Verein TW LAB Warmbad Villach hatten am 20. November 2017 rund 30 TeilnehmerInnen (vorwiegend unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (UMFs)) die einjährige Vorlehre am TW Lab an der FBS Touristik in Villach-Warmbad mit Begeisterung begonnen. Mit dem Anmeldeschluss für das Projekt per 30. November 2017 hatten sich 24 Tourismusbetriebe aus der Gastronomie und Hotellerie grundsätzlich bereit erklärt, die rund 30 Patenschaften für das Projekt zu übernehmen.

Die 30 angehenden Auszubildenden haben im März 2018 mit der ersten max. 6-wöchigen Praxisphase begonnen. Der Unterricht der einjährigen Ausbildung „Vorlehre“ an der FBS Fachberufsschule Touristik Villach-Warmbad ist sehr gut verlaufen, Spracherwerb und fachliche Kenntnisse wurden von Tag zu Tag besser. Am 14. Mai 2018 wurde der schulische Ausbildungsbetrieb regulär fortgesetzt. Eine zweite Praxisphase fand zwischen 25. Juni und 5. September 2018 statt, die „Vorlehre“ endete schließlich mit 20. November 2018.

Für einige Teilnehmer aus Afghanistan, Syrien, Iran und Irak ergaben sich bereits früher als geplant sechs Lehrverhältnisse sowie ein reguläres Arbeitsverhältnis. Um den Jahreswechsel sind vier weitere Lehreintritte geplant. Pfarrer Hubert Stotter, Rektor der Diakonie de la Tour, bezeichnet „TourIK“ als „Leuchtturmprojekt für gelungene Integration“.

Ursprünglich war es ja geplant, alle Teilnehmer mit Abschluss der Vorqualifizierung als Lehrlinge zu vermitteln. Doch weil seit September Asylwerber keine Möglichkeit mehr haben, in Mangelberufen eine Lehre zu beginnen, müssen zehn der verbleibenden Teilnehmer zuerst auf einen positiven Asylentscheid warten. Das verunsichere natürlich auch die Betriebe, die sich im Zuge der Praxisphasen bereits für einen Auszubildenden entschieden hatten. Die Wartezeit soll den Asylwerbern verkürzt werden. Nach abgeschlossener „Vorlehre“ soll es individuelle Nachhilfe in bestimmten Fächern als Vorbereitung auf die Berufsschule geben. Für alle die dürfen, wird die sozialpädagogische Betreuung und Arbeitsplatzvermittlung bis zum Projektende (31. Juli 2019) fortgesetzt.

Seitens der teilnehmenden Betriebe gab es durchwegs positive Rückmeldungen zum Projekt bzw. den Teilnehmern:

Art Lodge, Verditz (Katrin und Dirk Liesenfeld):
Nach vielen Jahren will man nun wieder einen Lehrling ausbilden: Rahmatullah hat die Saison gerettet. Seine Hilfe im Service, vor allem auf der oft vollbesetzten Terrasse, war vorbildlich. Seine Motivation und Zuverlässigkeit zeichnen ihn aus, er denkt mit und ist eine große Hilfe für die Art Lodge, weshalb das (Beschäftigungs)Verhältnis aufrechterhalten werden soll.

Sonnenalm, Bad Kleinkirchheim (Eva Schusser):
Die Dienste von Kochlehrling Mohammad aus Afghanistan wurden äußerst geschätzt. Dank seiner Kultur,  seiner fröhlichen, hilfsbereiten und lernwilligen Art ist der junge Mann eine Bereicherung für das Team.

Hotel Carinthia, Velden (Max Egger):
Herrn S. wurde ein Praktikum und in der Folge eine Lehre als Koch ermöglicht. Herr S. ist mittlerweile voll in den Küchenbetrieb integriert und macht bereits selbständig Salate und Nachspeisen. Wenn er in Österreich bleiben darf, wird er die Lehre bestens abschließen, ein herausragender Koch und eine Bereicherung für unsere Gesellschaft.

Hotel Karnerhof, Drobollach am Faaker See (Frau Karner):
Hier wird seit Juli ein Restaurant-Fachmann ausgebildet. Besonders gelobt wird sein Einsatz und sein außerordentlich freundliches Wesen. Er arbeitet selbständig und ist stets daran interessiert, sich neues Fachwissen anzueignen.

Naturel Hotels & Resorts GmbH, Faaker See (Dominik Tiefenbacher, F&B-Manager):
Ein „TourIK“-Teilnehmer verstärkt seit Sommer 2018 das Serviceteam und wird als äußerst bemüht und freundlich beschrieben.

„TourIK“ ist eine Initiative des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) und der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank GmbH (ÖHT), in enger Kooperation mit der Diakonie de la Tour und dem Verein Tourismus WissensLabor an der Fachberufsschule für Tourismus in Warmbad ausgearbeitet.Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt durch die Fachhochschule Kärnten. Das Projekt wird vom AMS Kärnten und vom Wirtschaftsministerium gefördert.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt erhalten Sie beim Projektträger:

Diakonie de La Tour
Herr Marcel Leuschner
M: +43.664.882 726 76
marcel.leuschner@diakonie-delatour.at
www.diakonie-delatour.at/flucht

 

 

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