
Führung beginnt bei mir selbst
10. März 2026»Nutzt die Zeit bewusst und plant sie gut. Die Monate vergehen schneller als man denkt – besonders wenn man an etwas arbeitet, das man liebt.«
Vor der Gründung steht eine Idee, die Rahmenbedingungen braucht, in der sie entstehen und reifen kann. Mit vor.GRÜNDEN unterstützt der KWF Institutionen dabei, sich gezielt den Ideen von gründungsbereiten Personen zu widmen. Junge Talente finden sich am Beginn ihrer Reise – mit dem Ziel, die eigene Idee bis hin zur Gründung eines eigenen Unternehmens weiterzuentwickeln. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vergangenen Durchgängen berichten über ihre Erfolge: Ana Karen León Miranda, Gründerin von Leon Talents, im Interview.
Was war Ihre Idee und welches Problem wollten Sie damit lösen?
In vielen Branchen herrscht ein Mangel an qualifizierten Fachkräften vor. Gleichzeitig gibt es in Ländern, wie etwa meinem Heimatland Mexiko, viele hervorragend ausgebildete Menschen, die internationale Karrierechancen suchen. Zudem verändert sich die Arbeitswelt stark – sie wird globaler, digitaler und schneller. Für Unternehmen in Österreich oder Deutschland gestaltet sich die Rekrutierung von Talenten aus dem Ausland jedoch oft schwierig. Dies liegt etwa in bürokratischen Hürden, dem fehlenden Zugang zu den richtigen Talentpools sowie dem Risiko, die falsche Person einzustellen.
Wir verbinden mit Leon Talents diese beiden Welten miteinander: Wir matchen qualifizierte Fachkräfte aus Lateinamerika mit Unternehmen aus dem DACH-Raum und bieten dabei ein Full-Service-Modell mit vier zentralen Säulen:
- AI-Matching
Wir identifizieren passende Talente nicht nur anhand ihrer technischen Fähigkeiten, sondern auch basierend auf Soft Skills und wie die Person kulturell zum Unternehmen sowie zum neuen Arbeitsumfeld passt. - Visa-Begleitung
Unterstützung im gesamten Visa-Prozess - Relocation
Wir helfen beim Umzug und den ersten Schritten im neuen Land. - Integration
Ein speziell entwickeltes Integrationsprogramm, das kulturelle Unterschiede zwischen Lateinamerika und dem DACH-Raum berücksichtigt, damit sich Talente schnell und erfolgreich in lokale Teams integrieren können.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Wir bauen derzeit zusätzlich eine Remote-Lösung für Unternehmen auf. Damit können Unternehmen ihre Teams rechtssicher mit internationalen Fachkräften verstärken, während wir als Employer of Record (EOR) fungieren und die Anstellung über unsere österreichische Struktur ermöglichen. So lösen wir zwei Herausforderungen: Zum einen kann der klassische Prozess – vom Bedarf im Unternehmen über Matching, Visum bis zum Umzug – bis zu sechs Monate dauern. Für Projekte mit kürzerer Laufzeit von 12 bis 24 Monaten ist das oft zu lange. Zum anderen möchten manche Unternehmen trotz sorgfältiger Auswahl zunächst testen, ob ein Talent wirklich zum Team passt. Mit unserer Lösung können Unternehmen Talente zunächst remote einsetzen – ganz nach dem Motto: »try before you hire«. Parallel dazu entwickeln wir unsere Plattform weiter, erhöhen unsere Reichweite und bauen unser Netzwerk an Partnerunternehmen aus.
Was waren Ihre Highlights bei vor.GRÜNDEN?
vor.GRÜNDEN hat mir nach meinem Studium an der FH Kärnten und einigen Jahren Berufserfahrung in österreichischen Unternehmen im Drohnen- und KI-Bereich die Möglichkeit gegeben, meine eigene unternehmerische Idee wirklich zu testen. Gemeinsam mit meinem Co-Founder Gerd Stelzl konnte ich nicht nur die Idee evaluieren, sondern auch wichtige unternehmerische Kompetenzen aufbauen. Besonders wertvoll waren für mich die Weiterbildungsmöglichkeiten, der Aufbau eines starken Netzwerks und der Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern. Neben den fachlichen Aspekten war vor.GRÜNDEN auch eine persönliche Entwicklungsreise für mich. Man lernt sehr viel über Unternehmertum, aber auch über sich selbst.
Wie hat Sie die UNI | FH | Forschungseinrichtung | der Inkubator während dieser Zeit unterstützt?
Durch diese Institutionen habe ich nicht nur Dinge gelernt, die für ein Startup wichtig sind, sondern auch Fähigkeiten, die generell im Leben helfen. Oft wird unterschätzt, wie wertvoll das vermittelte Wissen, die Mentorinnen und Mentoren sowie das Netzwerk dieser Einrichtungen sind. Sie helfen nicht nur bei fachlichen Fragen, sondern geben auch Orientierung und manchmal einfach den nötigen emotionalen Support.
Ein Startup zu gründen ist oft eine echte Rollercoaster-Fahrt. Umso wichtiger ist ein Umfeld, das einen unterstützt. Außerdem war der regelmäßige Austausch mit Gleichgesinnten unglaublich motivierend.
Ratschlag für zukünftige Teilnehmerinnen und Teilnehmer von vor.GRÜNDEN
Chancen, die man nicht ergreift, sind zu 100 % verloren. Ich wollte nie zu den Menschen gehören, die später sagen: »Ach, hätte ich es damals doch probiert.« vor.GRÜNDEN gibt einem genau die richtigen Tools und Rahmenbedingungen, um eine Idee relativ risikoarm zu testen, ohne sofort komplett ins kalte Wasser springen zu müssen. Mein Tipp: Nutzt die Zeit bewusst und plant sie gut. Die Monate vergehen schneller als man denkt – besonders wenn man an etwas arbeitet, das man liebt.
Persönlicher Tipp
Es lohnt sich außerdem, früh über die Zeit nach vor.GRÜNDEN nachzudenken: Möchte man direkt gründen? Welche nächsten Schritte sind notwendig? Und welche weiteren Förderungen könnten helfen, das Unternehmen nachhaltig aufzubauen?


