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31. März 2026
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Innovative Nachhaltigkeit im Bauwesen

v.l.n.r. stehend: Tim Singer, Christoph Stotter, Peter Ramskogler, Florian Gomernik, Andreas Bischelsberger | sitzend: Peter Kügel, Gert Modl (c) Johannes Puch

v.l.n.r. stehend: Tim Singer, Christoph Stotter, Peter Ramskogler, Florian Gomernik, Andreas Bischelsberger | sitzend: Peter Kügel, Gert Modl (c) Johannes Puch

»Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten 2026«

 

Alpacem Zement Austria GmbH

Nominierung Kategorie

Spezialpreis

Innovation

Bauen mit CO2-reduziertem Zement

www.alpacem.com

Die Alpacem Austria aus Wietersdorf zeigt mit »Cem II/C« vor, wie  eine CO2-Reduktion bei Zement zum Klimaschutz beiträgt.

In Wietersdorf liegt die Zentrale der Alpacem Austria, die Teil der Wietersdorfer Gruppe ist. Neben weiteren Standorten in Kärnten und in der Steiermark ist die Alpacem Gruppe im Alpe-Adria-Raum mit Standorten in Italien und Slowenien vertreten. Eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Sprachen wird hierbei als Vorteil gewertet. Die Kernbereiche von Alpacem mit insgesamt 760 Mitarbeitenden an 29 Standorten sind Zement, Beton und Rohstoffe.

Eingereichtes Projekt

Alpacem verfolgt mit dem Projekt »Compass to zero CO2« das Ziel, ihre Zementproduktion zu dekarbonisieren und eine CO2-Neutralität zu schaffen. Das eingereichte Projekt und der daraus entstandene CO2-reduzierte Zement basieren auf gezielten Versuchen . Rund zwei Jahre wurde entwickelt, bis der erste CO2-reduzierte Zement hergestellt werden konnte. Danach dauerte es ein weiteres Jahr, bis die bautechnische Zulassung erteilt wurde. Bei der Entwicklung des »Cem II/C« tastete man sich Schritt für Schritt an die Charakteristika des herkömmlichen Zements heran, bis diese schlussendlich erreicht wurden. Der »Cem II/C« ist nicht nur ein innovatives Projekt, sondern auch ein länderübergreifender Erfolg, den Forschung und Entwicklung entstehen bei Alpacem dezentral sowohl in Österreich, Italien und Slowenien.

Die Innovation »Cem II/C« erfolgte in der Zentrale in Wietersdorf und wurde dort auch zum ersten Mal verbaut. Neben dem dabei gewonnenen Knowhow wurde auch die Anlagentechnik angepasst und zwei neue Silos errichtet, um den »Cem II/C« optimal – unter maximaler CO2-Einsparung –produzieren zu können. »Für die Bauausführung war entscheidend, dass sich der neue Beton wie gewohnt verarbeiten lässt. Genau das konnten wir nachweisen«, erklärt Peter Ramskogler, Vertriebsdirektor bei Alpacem Zement Austria. 2024 wurde die Sackzementsorte auf »Cem II/C« umgestellt. Die ersten Einsätze bei Kunden erfolgten 2025 und 2026, und Alpacem registriert eine gesteigerte Nachfrage nach diesem Produkt.

Neben der Zentrale in Wietersdorf, wo der CO2-reduzierte Zement im Hochbau unter realen Bedingungen getestet wurde, kam er beim Tunnelprojekt Divaca-Koper in Slowenien auch beim Tiefbau erfolgreich zum Einsatz. Bei Zement ist die Leistungsfähigkeit von besonderer Bedeutung. Gleichbleibende hohe Qualität, Dauerhaftigkeit und Haltbarkeit von über 100 Jahren sind hierbei essenziell. Als nächster Schritt soll der »Cem II/C« zu einem Standardzement weiterentwickelt werden. Ein weiteres sehr nahes Zukunftsziel – ganz nach dem Motto »Tue Gutes und sprich darüber« – ist die Initiative Summer School »Klimafreundliche Praktiken in der Bauindustrie« an der FH Kärnten. Christoph Stotter berichtet in seiner Funktion als Leiter des Bereichs Qualität und Produkt Innovation, dass das Thema Nachhaltigkeit bei Alpacem durch Zertifizierungen basierend auf nachweislichen Zahlen, Daten und Fakten eines reduzierten CO2-Fußabdrucks dokumentiert und gelebt wird.

Besonderheit des Projekts

Der Unterschied zwischen CO2-reduziertem und herkömmlichem Zement liegt in der Zusammensetzung der Anteile. Alpacem reduzierte den Klinkeranteil in der Rezeptur bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit. Dabei wurden alternative, bereits verfügbare Materialien genutzt, um CO2 zu reduzieren. Vor allem Mergel und Kalkstein wurden substituiert und der Klinkeranteil von zuvor 80 auf ca. 50 bis 64 % reduziert. »Die Technologie ist erprobt, skalierbar und bereit für den breiten Einsatz im Bauwesen«, fasst Ramskogler zusammen.