
Das Wertvolle wird hier verdeckt!
2. April 2026
»Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten 2026«
Anexia Holding GmbH
Nominierung Kategorie
Großunternehmen
Innovation
»Entwicklung einer europäischen Enterprise-Virtualisierungsplattform – digitale Souveränität durch Systeminnovation«
Digitale Souveränität durch Systeminnovation – Open Source Lösung für den erfolgreichen Ausstieg aus monopolisierten US-Softwarestrukturen!
Anexia mit Hauptsitz in Klagenfurt am Wörthersee ist ein unabhängiger, international tätiger Cloud- und Infrastructure-Provider, der skalierbare, sichere und hochverfügbare Infrastrukturen entwickelt und betreibt, die maximale Kontrolle über geschäftskritische Daten ermöglichen. Die Services vereinen technologische Unabhängigkeit, DSGVO-Konformität und höchste Sicherheitsstandards – gestützt durch ein globales Netzwerk von über 100 Rechenzentrumsstandorten in 70 Ländern werden weltweit rund 210.000 Kunden betreut. Anexia verfolgt das Ziel, Europas digitale Souveränität durch technologische Eigenständigkeit nachhaltig zu stärken und die monopolisierten US-Softwarestrukturen zu durchbrechen.
Eingereichtes Projekt
Ausgelöst durch die Übernahme des US-amerikanischen Technologie-Unternehmens VMware LLC, einem führenden Anbieter von Virtualisierungs- und Cloud-Computing-Software, durch den NASDAQ-100 Konzern Broadcom Ende 2023, kam es zu drastischen Änderungen bei den Lizenz- und Preismodellen (+800 %!). Das war für Anexia Anfang 2024 der Startschuss einer beispiellosen Unabhängigkeitsmission: In der Rekordzeit von fünf Monaten entwickelte Anexia eine leistungsstarke europäische Alternative zu den proprietären Hyperscaler-Technologien. Das realisierte Projekt stärkt die digitale Souveränität Europas und erfüllt zentrale regulatorische Anforderungen (DSGVO, KRITIS-kritische Infrastrukturen). Es erhöht die Resilienz kritischer digitaler Infrastrukturen und schafft eine belastbare Alternative zu außereuropäischen Cloud-Abhängigkeiten. Wertschöpfung und Knowhow verbleiben in der Region, statt als Lizenzabflüsse ins Ausland abgeführt zu werden.
Besonderheit des Projekts
Die Innovation ist ein Framework zur vollautomatisierten Überführung von ca. 12.000 virtuellen Maschinen (VMs) von einer proprietären Architektur (VMware) auf eine OpenSource-basierte Infrastruktur (KVM Kernel-based Virtual Machine). »Innerhalb weniger Wochen wurde ein »One-Click«- Migrationstool entwickelt, das nicht nur in der Lage war, virtuelle Systeme fast unterbrechungsfrei zu konvertieren, sondern die gesamte virtuelle Hardwarekonfiguration von VMware-Standards auf KVM-Standards zu übersetzen«, so Anexia CEO Alexander Windbichler. Dieses Tool wurde mit einer hardware-agnostischen Abstraktionsschicht (Anexia Engine) kombiniert: So konnte Anexia den »Motor« (Hypervisor) tauschen, während das »Armaturenbrett« (Engine) für die Kunden gleichblieb. Dadurch wurde ein reibungsloser Wechsel ermöglicht. Zudem lag die Herausforderung auch im Zeitfaktor, da der internationale Roll-Out sehr schnell erfolgen musste: »Von der Entscheidung über den Ausstieg bis zu Migrationsstart von rund 12.000 produktiven VMs ohne nennenswerte Betriebsunterbrechungen von VMware auf die neu entwickelte Plattform vergingen nur ca. fünf Monate – das Projekt gilt laut Fachpresse als eine der größten dokumentierten Migrationen dieser Art in Europa«, führt Elena Tauchhammer als verantwortliche Projektleiterin sichtlich stolz an.
Anexia setzt Meilenstein: »Erstmals ist es gelungen, eine vollständige, proprietäre Enterprise Virtualisierungsplattform durch eine eigen entwickelte Open-Source-Lösung zu ersetzen – global, im laufenden Betrieb und unter Echtlast«, ergänzt Windbichler, der Anfang 2025 in den Vorstand des europäischen Cloud-Verbands CISPE gewählt wurde – ein Zeichen, dass die Kärntner Innovation als europäisches Referenzmodell für die technologische Unabhängigkeit international wahrgenommen wird.
Das Projekt zählt zu den größten und strategisch bedeutendsten Innovationsvorhaben in der Unternehmensgeschichte. Umfang, Komplexität und Risikoprofil gingen deutlich über klassische Produktentwicklungen hinaus und erforderten einen außergewöhnlich hohen Einsatz hochqualifizierter Ressourcen. »Das Projekt glich einer Operation am offenen Herzen unter extremen Bedingungen«, so CEO Windbichler abschließend.

