Eine zentrale Automatisierungsinstanz als Butler
30. März 2026
Eine zentrale Automatisierungsinstanz als Butler
30. März 2026

Die Treibacher Industrie AG vereint Stabilität und Flexibilität in einem Produkt

v.ln.r.: Simone Waltritsch, Maria Walkner, Alexander Deutsch, Andre Brescak, Lovro Gorjan, Thomas Billovits, Sandra Demel-Eckhart, Nico Koberer, Clemens Bucher, Fabian Sander, Bettina Karl (c) Johannes Puch

»Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten 2026«

 

Treibacher Industrie AG

Nominierung Kategorie

Großunternehmen & Spezialpreis

 Innovation

»AuerTec® 2YSZ – Europas Antwort auf die Hochleistungskeramik der Zukunft«

www.treibacher.com

Dem Projektteam rund um Fabian Sander und Thomas Billovits ist mit »AuerTec® 2YSZ« Europas Antwort auf die Hochleistungskeramik der Zukunft gelungen.

Die Treibacher Industrie AG blickt stolz auf über 100 Jahre Erfahrung in der Materialentwicklung zurück und hat sich damit zurecht als globaler Technologieführer für Hochleistungswerkstoffe – mit Kärntner Hauptsitz – positioniert. Das Unternehmen beliefert mit seinem Material heute weltweit Unternehmen aus der Luxusgüterindustrie, Medizintechnik und Dentalbranche. Eine enge Kooperation mit der Montanuniversität Leoben sichert den wissenschaftlichen Vorsprung.

Eingereichtes Projekt

Die ursprüngliche Idee von Fabian Sander, der gemeinsam mit Thomas Billovits für das Projekt verantwortlich zeichnet, war eine einfache und bruchzähe Keramik zu entwickeln, die den Anforderungen in der Feinmechanik sowie den Ansprüchen im industriellen Prozess gerecht wird. Wer – im nichtindustriellen Bereich – ist mit der Problematik dahinter nicht vertraut? Fällt ein Produkt aus Keramik auf den Boden, zerbricht es. Mit »AuerTec® 2YSZ« ist es dem gesamten Projektteam gelungen, das fundamentale Dilemma der Keramiktechnik zu lösen: Die Technologie vereint erstmalig sowohl hohe Festigkeit als auch hohe Bruchzähigkeit kompromisslos in einem Produkt. Mit der Zugabe von AuerTec® 2YSZ im Fertigungsprozess zerbricht Keramik nicht, wenn diese auf den Boden fällt.

Dies ist vor allem für industrielle Abnehmer von hohem Interesse: Stark beanspruchte Bauteile halten stand und bleiben dennoch flexibel. Technisch gesprochen erreicht die Keramik eine hohe Bruchzähigkeit bei einer gleichbleibenden Biegefestigkeit. Der Nutzen für die Kunden ist erheblich und liegt einerseits in der Reduktion der Fertigungskosten sowie des Energieverbrauchs. Andererseits weisen die entsprechenden Bauteile durch »AuerTec® 2YSZ« eine höhere Lebensdauer auf.

Besonderheit des Projekts

Das Arbeiten am Projekt von 2019 bis 2025 war eine anspruchsvolle Zeit, wobei die eigentliche Innovation nicht im Produkt, sondern im Prozess lag. Das Material wurde ursprünglich von einem portugiesischen Pionier entwickelt, der jedoch an der industriellen Realität bzw. wirtschaftlichen Umsetzung scheiterte. »Es ist uns gelungen, einen alternativen Prozess zu entwickeln, um das Produkt wirtschaftlich einsetzen zu können. Wir haben unsere Kunden von unserer Technologie überzeugt und ein stabiles Geschäftsfeld aufgebaut«, fasst Projektleiter Thomas Billovits die Zeit der Entwicklung zusammen.

Das ist der eigentliche Technologiesprung: Aus einer Laborkuriosität ist ein verlässliches Industrieprodukt entstanden. »Die Kärntner Industrie hat viel Knowhow vorzuzeigen: Wir stehen am Anfang der Wertschöpfungskette für zahlreiche Produkte, die der Konsument oft gar nicht mit uns in Zusammenhang bringt. Mit einer Auszeichnung können wir zeigen, was wir Kärntner Unternehmen leisten und wie wir Produkte für den Weltmarkt entwickeln«, betont Fabian Sander.