Raum für Perspektiven

Die Strategie des KWF ist eingebettet in die Wirtschaftsentwicklung des Landes Kärnten und ein rollierender Prozess, welcher seit 2017 intensiv vorbereitet und aufgesetzt wurde, mit dem Ziel, auf operativer Ebene kontinuierlich eingerichtet zu werden. Die Arbeitsformate sind dabei in die Wirtschaftsentwicklung des Landes Kärnten integriert. Diesbezüglich ist die Einbeziehung relevanter Stakeholder von zentraler Bedeutung.

Die Verbindung von Aktivitäten, die bereits ihren Niederschlag gefunden haben beziehungsweise derzeit im Entstehen sind, und deren strategische Bedeutung werden anhand der folgenden vier Themengebiete vorgestellt:

gewerbe industrie und smart strategien des kwf

Gewerbe, Industrie & Smart Specialisation

steht für eine moderne und leistungsstarke Sachgütererzeugung.
tourismus strategien des kwf

Tourismus & Destinationen

steht für eine deutliche, nachhaltige Positionierung.
cluster strategien des KWF

Cluster

steht für eine effiziente Vernetzung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
bildung ausbildung und weiterbildung strategien des kwf

Bildung, Ausbildung & Weiterbildung

steht für einen zukunftsorientierten Arbeitsmarkt.

gewerbe industrie und smart strategien des kwf1. Gewerbe, Industrie & Smart Specialisation

steht für eine moderne und leistungsstarke Sachgütererzeugung. Die Sachgüterproduktion ist die praktische Anwendung aller Forschungs- und Innovationsprozesse. Sie schafft internationale Wettbewerbsfähigkeit und sichert Wohlstand und Beschäftigung durch Export und Exportfähigkeit sowie Zulieferung und Service. Insbesondere KMU haben den Wunsch, durch den Einsatz ihrer technologischen Voraussetzungen und Fähigkeiten, Kunden in der Industrie zu finden.

Dahingehend definiert die Industrie auch ihrerseits verschiedene Anforderungen an die Zulieferer, welche in den KMU zum Teil erst entwickelt beziehungsweise stärker etabliert werden müssen.

Der KWF versucht zu diesem Thema mit überbetrieblichen Lerngruppen aus dem KMU- und Industriebereich integrierbare Lösungsansätze zu erarbeiten.

tourismus strategien des kwf2. Tourismus & Destination

steht für eine deutliche, nachhaltige Positionierung. Alternative Anreisemöglichkeiten und Mobilität im Urlaub rücken immer stärker in den Fokus.

In diesem Bereich versucht der KWF, neben einem beträchtlichen monetären Mitteleinsatz – den erst die Bundesförderung aus dem Umweltbereich ermöglichte – und Netzwerken zu Bundesförderstellen und touristischen Institutionen im Land Kärnten, die Umsetzung eines innovativen und kooperativen Pilotprojektes, um Kärnten zu einer sanft mobilen Urlaubsdestination zu machen.

Strategische Einbettung der Themen  Gewerbe, Industrie & Smart Specialisation und Tourismus & Destinationen

Ein Unternehmen kann kaum mehr allein sämtliche Kundenbedürfnisse befriedigen, denn diese sind einerseits allumfassend und andererseits sehr individuell. Laut Gassmann wird  der Wettbewerb der Zukunft nicht mehr zwischen Produkten oder Prozessen stattfinden, sondern vor allem zwischen Geschäftsmodellen.[1]

Wir als KWF haben uns vor diesem Hintergrund die Frage gestellt, welche Themenfelder diese neuen Kundenansprüche abbilden. Dazu zählen unter anderem Kooperationsfähigkeit, F&E-Bereitschaft, Verbindung von Produkt und Dienstleistungskultur sowie Offenheit. Die EU fordert, dass regionale Kompetenzen der Wissenschaft mit den regionalen Kompetenzen der Wirtschaft  enger verbunden werden, zusammengefasst als Smart Specialisation. In der Wirtschaft liegt der Fokus auf den Unternehmen in Kärnten. Für die Wissenschaft gilt dies sowohl national (Steiermark, Wien …) als auch über die Grenzen hinweg im Alpen-Adria-Raum (Udine, Laibach …).[2] Im Rahmen des Strategieprozesses wurde eine Kompetenzlandkarte für Kärnten erarbeitet, welche zusammengefasst folgendes Bild ergibt:

  • Touristische Familienbetriebe (Infrastruktur, Beherbergung, Dienstleistung)
  • IT-Sektor mit vielen kleinen Unternehmen als Dienstleister für alle Branchen und mit einigen international wahrgenommenen Start-ups
  • Starke Produktionsunternehmen aus mehreren Branchen – auch als »Old Economy« bezeichnet (Chemie, Holz, Kunststoff, Metall)
  • Mikroelektronik als dynamischer Sektor entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • Einzelne Nischenanbieter, regional und auch international

[1] Vgl. Oliver Gassmann / Karolin Frankenberger / Michaela Csik (2013): Geschäftsmodelle entwickeln. Hanser Verlag.
[2] Für nähere Informationen siehe »Smart Specialisation«

cluster strategien des KWF3. Cluster

steht für eine effiziente Vernetzung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Silicon-Alps ist ein österreichischer Technologie- und Innovationscluster im Bereich der »Electronic Based Systems«.

Der KWF versucht, im Bereich der strategischen, wissensgeleiteten Weiterentwicklung von Stärkefeldern (für definierte Branchen, aber auch branchenübergreifend) Angebote zu schaffen, die einen institutionalisierten Austausch zwischen Wirtschaft, Forschungs- und Bildungseinrichtungen ermöglichen  (sogenannter Triple-Helix-Ansatz).

bildung ausbildung und weiterbildung strategien des kwf4. Bildung, Ausbildung & Weiterbildung

steht für einen zukunftsorientierten Arbeitsmarkt. Der Wirtschaftsstandort Kärnten ist im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern deutlich stärker von den Folgen der demographischen Entwicklung (Überalterung, Abwanderung) betroffen und kämpft, gemessen an anderen Standorten, ebenso mit fehlendem Arbeitskräftepotenzial, insbesondere in den sogenannten MINT-Fächern.

Dazu versucht der KWF, mit der Idee eines außerschulischen Lernortes in Form des »edulabs[1]« die Entwicklung eines neuartigen und vollends auf die künftigen Bedürfnisse in der Bildung ausgerichteten Ausbildungsangebots zu erreichen (vom Kind im Kindergarten bis zum Post-Doc an einem Campus). Das betrifft insbesondere die MINT-Fächer. Ziel ist es, langfristig einen Beitrag gegen Abwanderung und für Kärnten als attraktiven Bildungsstandort zu leisten.

[1] Das »educational lab« ist ein offenes Forschungslabor für neue Formen der Bildung, Aus- und Weiterbildung. Auf rund 3000 m² versammeln sich kooperative Organisationen, Initiativen und Projekte, die neue Lehr- und Lernformen in den Bereichen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), Forschung und Entwicklung, Entrepreneurship sowie Internationalität (Kultur, Sprachen) in konkreten Bildungsformaten forschend entwickeln, erproben und umsetzen. Das »innovative learning environment« dieses besonderen Bildungsraums fördert und entwickelt Kreativität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Strategische Einbettung der Themen Cluster und Bildung, Ausbildung & Weiterbildung

Die strategische Einbettung hinsichtlich Cluster sowie Bildung, Ausbildung & Weiterbildung rückte den Innovationsbegriff in den Mittelpunkt. Früher wurde der Terminus Innovation stark mit einem neuen Produkt assoziiert. Dies hat sich radikal geändert bzw. ausgedehnt. Heute spricht man von Innovation bei: (i) neuen Dienstleistungen | neuen Produkten, (ii) neuen Vertriebskanälen, (iii) neuen Prozessen in der Produktion | im Verfahren (Maschine) und (iv) neuen Prozessen in der Organisation. Die Leistungsfähigkeit der Unternehmen muss erhalten bleiben. Neue Themen wie »Digitalisierung« und »Industrie 4.0« bzw. »Internet of Things« werden sowohl als Chance als auch als Bedrohung wahrgenommen.

Strategien haben eine kürzere Gültigkeit, weshalb sie ständig überprüft werden müssen. Ein einzelnes Unternehmen ist aufgrund der Vielfältigkeit der Ansprüche oft nicht in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die »Smart Specialisation«-Strategie empfiehlt daher einerseits die Heranbildung von Clustern und andererseits Innovation in der Bildung. Die Sektoren von Wirtschaft und Gesellschaft – das sind die Unternehmen, die Verwaltung und die Forschungs- und Bildungseinrichtungen – müssen sprichwörtlich näher zusammenrücken. Das Bildungssystem benötigt Anstöße, um auf einer praktischen Ebene neue Bildungsanforderungen zu erkennen und damit zukunftsorientierte Bildungsmodelle zu erarbeiten. Ein echtes Labor mit Schülerinnen und Schülern bietet die Möglichkeit, an neuen Themen zu arbeiten, kurzfristige Trends von langfristigen Entwicklungen zu unterscheiden und so Impulse für das Bildungssystem zu liefern.

Die Vision des KWF lautet:

Zukunft wollen – mit Vertrauen, Freude und Kooperation

Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass die Entdeckung von Potenzialen für Wachstum und Beschäftigung in einer global vernetzten Wirtschaft immer wichtiger wird.

Zukunft wollen impliziert, vor dem Hintergrund der vorangestellten Ausführungen, selbst aktiv zu sein, aber auch von unserem Gegenüber Aktivität einzufordern. Ein Grundpfeiler unseres Handelns ist, die beste Kombination von Förderungen für unsere Kundinnen und Kunden zu finden.

Durch das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen entstehen Vertrauen – das der KWF seit 1993 in langjährigen Beziehungen zu den Kärntner Unternehmen aufgebaut hat – sowie Verständnis für unterschiedliche Rollen. Das Wollen impliziert für uns auch Freude am Tun, am Ergebnis und an Neuem. Kooperation ist in diesem Zusammenhang kein formaler Akt, sondern vielmehr eine Grundhaltung. Wir wollen das Kooperationsverhalten verbessern und dadurch den Vertrauenszuwachs fördern.

Login Antrag