Gelebte Kooperation in der Kompetenzzentrum Holz GmbH

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Gelebte Kooperation in der Kompetenzzentrum Holz GmbH

Herfried Lammer und Edith Zikulnig-Rusch leiten - perfekt aufeinander abgestimmt - gemeinsam die Kompetenzzentrum Holz GmbH. (c) Johannes Puch

Bei der Kompetenzzentrum Holz GmbH handelt es sich um eine nicht gewinnorientierte, außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit öffentlichen Eigentümern. Sie betreibt Forschung an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Damit ist das Kompetenzzentrum per se eine Kooperation, denn ohne Unternehmen als Partner könnte es das Kompetenzzentrum in dieser Form nicht geben.

Die Standortleiterin von St. Veit, DI Dr. Edith Zikulnig-Rusch,  ist eine Verfechterin von Kooperation und hat ein ausgeprägtes Gespür für ein Miteinander. Das hat sich durch ihren Werdegang im Kompetenzzentrum Holz beziehungsweise Wood K plus entwickelt und noch weiter gefestigt, nicht zuletzt, weil sie hier erleben konnte, wie viel mehr das Gemeinsame gegenüber dem Alleingang bringt. Edith Zikulnig-Rusch ist seit der Stunde null des Kompetenzzentrums Holz, das war am 1. Januar 2001, mit dabei. Ihr Weg und auch jener des Kompetenzzentrums waren nicht vorprogrammiert und bedurften stetiger und harter, aber erfolgversprechender Arbeit.

Forschung steht im Wood K plus im Vordergrund. (c) Johannes Puch

DI Herfried Lammer trat wenige Jahre danach ins Unternehmen ein, und gemeinsam bilden sie das Führungsteam am Standort. Auch darin sieht Edith Zikulnig-Rusch ein Modell von Kooperation – abgestimmtes Zusammenarbeiten auf einer guten Basis, die es erlaubt, dass man sich durchaus auch reiben kann, sodass etwas Stabiles entsteht. Nach Meinung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken die beiden wie siamesische Zwillinge, so abgestimmt sind sie. Damit es aber so weit kommt, braucht es ein ehrliches und offenes Miteinander, ein Sich-Matchen, ein gegenseitiges Fordern und ein gemeinsames Ziel.

Was die überbetriebliche Kooperation anbelangt, ist Edith Zikulnig-Rusch überzeugt, dass diese nicht einen Kompromiss, sondern eine Win-win-Situation bedeutet. Eine Kooperation muss von Fairness geprägt sein, damit alle Beteiligten gewinnen. Das erfordert eine bestimmte Haltung, mit der die Partner in die Zusammenarbeit gehen. Edith Zikulnig-Rusch weiß aus Erfahrung, dass es nicht jedem Menschen von Natur aus bewusst ist, dass man gemeinsam mehr erreichen kann, als alleine. Aber ein persönliches Erleben und Erfahren kann zur uneingeschränkten Akzeptanz dieses Modells führen.

Momentan befindet sich das Kompetenzzentrum Holz in der Einreichphase als COMET Zentrum K1, diese »leisten Spitzenforschung auf höchstem Niveau und bauen Kompetenzen und Humanressourcen auf«. Für diese Antragstellung bei der FFG sind umfassende Vorbereitungsarbeiten in Kooperation mit den Partnern erforderlich. Die Bedarfe bei den Partnerunternehmen müssen aufgedeckt werden, um entsprechende Fragestellungen zu formulieren, die dann im Laufe der Jahre innerhalb der Forschungstätigkeit im Kompetenzzentrum beantwortet werden. Die Herausforderung dabei ist es, »die Sprache des Firmenpartners zu verstehen und zu sprechen. Für ihn muss nachvollziehbar sein, dass sein Anliegen durch die Forschungsfrage erfasst wird und durch die Beantwortung letztlich sein Ziel erreicht wird«, so Edith Zikulnig-Rusch.

Dass viele ehemalige Mitarbeiter und vor allem Mitarbeiterinnen von Wood K plus nun Führungskräfte in anderen inhaltlich und regional angrenzenden Unternehmen sind, könnte auch als Ergebnis des guten kooperativen Klimas im Unternehmen gewertet werden. »Dieses Reifen der Leute mitzuerleben, ist für mich beeindruckend und eine besondere Freude. Man möchte nicht glauben, wie sich Personen entwickeln können, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt und sie fordert«, so die Standortleiterin.

Dieser Text stellt eine verkürzte Version des Beitrages »Kooperation ist eine Haltung« aus dem KWF-Magazin 1.2022 dar. Eine Download-Version des Magazins finden Sie hier.