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KWF Förderbilanz 2021

V.l.n.r.: Gilbert Isep (KWF Kuratoriumsvorsitzender) | Sandra Venus (KWF Vorstand) | LHStv. Gaby Schaunig (KWF Aufsichtskommissär und Technologiereferentin) |
Erhard Juritsch (KWF Vorstand) - Foto: Johannes Puch | KWF

  • Von der Krise wenig Spur: Kärntner Unternehmen investierten kräftig
  • 1.029 Förderfälle mit einem Fördervolumen von 42 Mio. EUR
  • Das ausgelöste Investitionsvolumen beträgt 271 Mio. EUR
  • 833 neue und 15.956 gesicherte Arbeitsplätze
  • EFRE-IWB, REACT EU, Interreg: Hohe EU Fördermittel-Bindung
  • 2022+: Das grünere Europa – »Just Transition Fund«

(KWF Presseinformation vom 31. März 2022)

Von der Krise wenig Spur!

Das Jahr 2021 war überraschend von einem deutlichen Aufschwung vor allem in den ersten drei Quartalen geprägt und erreichte sogar weitgehend das Vorkrisenniveau, ehe der 4. Lockdown im November die positive Entwicklung jäh stoppte. Für den KWF war es ein intensives und sehr erfolgreiches Förderjahr, konnten doch 1.026 Förderfälle – um rund die Hälfte mehr als in der Vergleichsperiode 2017 – 2020 – abgewickelt werden. Hinzu kommen noch drei Beteiligungsfälle.

Das Fördervolumen ohne die Beteiligungsfälle in der Höhe von 41,4 Mio. EUR lag um 12,9 Mio. EUR (+ 45,0 %) über der Vergleichsperiode. Das damit ausgelöste Investitionsvolumen war mit rund 270 Mio. EUR um 15 % höher und führt zur Schaffung von 833 neuen und zur Absicherung von rund 16.000 bestehenden Arbeitsplätzen.

KWF Stabilisierungsfonds:

Die bereits im Jahr 2020 eingeführten Maßnahmen zur Minderung der negativen Folgen der COVID-19-Pandemie wurden auch im Jahr 2021 fortgeführt. Mittels »KWF Stabilisierungskapital-Bonus« wurden zusätzlich über 600 Förderfälle unterstützt, wobei der Schwerpunkt im investiven Bereich lag.

KWF Förderungen 2021 nach Sektoren und Unternehmensgrößen:

Mehr als die Hälfte (57,6 %) der Förderungen und Beteiligungen waren 2021 dem Sektor »Gewerbe« zuzurechnen. Verglichen mit dem Vorjahr wurde mit +235 Fällen nicht nur die stärkste Zunahme bei den geförderten Fällen verzeichnet, sondern auch das Investitionsvolumen erhöhte sich um knapp 30 Mio. EUR auf 92 Mio. EUR. Investitionsfreudig zeigten sich erneut die Tourismusbetriebe, die ihr Investitionsvolumen von 40,4 Mio. EUR im Jahr 2020 auf 89,2 Mio. EUR im Jahr 2021 mehr als verdoppelten. In Relation zur Anzahl der Fälle tätigten Industriebetriebe mit durchschnittlich rund 2,5 Mio. EUR die höchsten Investitionen. Das Investitionsvolumen auf 11,2 Mio. EUR verdoppeln konnte auch der Handel, der mit 91 Förderfällen um knapp ein Fünftel mehr aufwies als im Vorjahr. Das Fördervolumen im Sektor Handel stieg um +59,1 %.

Die Betrachtung nach Unternehmensgrößen zeigt, dass KMU, auf die sich das Förderangebot des KWF primär richtet, 30,5 Mio. EUR (72,5 %) der Fördermittel binden konnten. Auf Großunternehmen entfielen 3,6 Mio. EUR bzw. 8,6 % der Fördermittel, auf den Bildungs- und Sonstigen-Bereich (dazu zählen zum Beispiel außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) 7,9 Mio. EUR bzw. 18,9 %.

Erfreuliche Zahlen schrieb auch das Herzstück im KWF Portfolio, der Technologiefonds Kärnten, der den strukturellen Wandel und die technologische Weiterentwicklung Kärntens im technologie- und wissensintensiven Bereich vorantreibt. Dieser weist im abgelaufenen Jahr knapp über 100 Fälle mit einem Fördervolumen von 12,7 Mio. EUR und geplanten Investitionen von rund 41 Mio. EUR aus. Im Vergleich mit der mehrjährigen Vergleichsperiode eine Zunahme beim Fördervolumen um gut 10 % und bei den Fällen um knapp 15 %.  Zu den Leuchtturmprojekten zählen die Cluster- und Forschungsinitiativen mit der Steiermark in den Bereichen Mikroelektronik (Silicon Alps, Silicon Austria Labs) und Green Tech sowie mit Oberösterreich in den Bereichen Mikroelektronik (Silicon Austria Labs) und Kunststoff. Ein Erfolgsmodell ist die KWF Schwerpunktinitiative »Innovationsassistent«, die auch nach zwanzig Jahren noch regen Zuspruch verzeichnet. Über 200 Personen haben bislang das zweijährige Ausbildungs- und Coaching-Programm erfolgreich absolviert, sich vernetzt, Freundschaften geschlossen, vielversprechende innovative Projekte umgesetzt und einen Karrieresprung gemacht. Die erfreuliche Entwicklung im Technologiebereich spiegelt sich auch in der F&E-Quote wider, die aktuell mit 3,22 % über dem Bundesdurchschnitt (3,13 %) liegt und Kärnten auf Platz 4 ausweist.

Die klassischen Bundesfördermitteln umfassen jene der aws, FFG, KPC und ÖHT. Die Anzahl an Projekten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18 % auf 1.979, beim Fördervolumen gab es eine Vervierfachung auf 154,1 Mio. EUR und auch beim Investitionsvolumen konnte ein deutlicher Anstieg (+84 %) auf 677,5 Mio. EUR verzeichnet werden. In diesen Werten nicht enthalten sind die spezifischen Förderungen aus den Krisenbewältigungsinstrumenten der COFAG | COVID-19-Finanzierungs-agentur des Bundes GmbH.

Wirtschaftsentwicklung:

Hier gilt es, Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie den öffentlichen Bereich für Zukunftsthemen zu gewinnen und zu vernetzten. Mit speziellen geförderten Formaten und Initiativen werden Unternehmen und Institutionen zu Projekten bewegt, die mittel- und langfristig Wirkung auf das Innovationsökosystem Kärntens haben. Netzwerkprogramme wie »Innovationsassistent«, »FIRST.digital« oder »FIRST.green« stehen dabei als »immaterielle Infrastruktur« der Kärntner Wirtschaft zur Verfügung. Im Zuge der Wirtschaftsentwicklung wurde zum Beispiel im Auftrag des KWF die neue Werkmeisterausbildung »Digitalisierung & Smart Production« an der HTL Wolfsberg in enger Zusammenarbeit mit der FH Kärnten und dem Joanneum Research unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Unternehmen vor Ort initiiert.

Gründungen:

Laut vorläufiger Zahl der Wirtschaftskammer Österreich wurden 2021 in Kärnten 2.519 Unternehmen neu gegründet, ein Plus von 6 % bzw. +143 Unternehmen, womit Kärnten über dem Österreichschnitt von 4,4% und im Bundesländerranking im Mittelfeld liegt. Mit einer Gründungsintensität von 4,5 Gründungen je 1.000 Einwohner liegt Kärnten im Österreich-Schnitt (4,4). Etabliert hat sich die KWF Ausschreibung »Umsetzung innovativer Gründungsvorhaben (UiG)«, die gezielt technologieorientierte oder wissensbasierte Gründungsvorhaben mit wirtschaftlichen Erfolgsaussichten für den Standort Kärnten unterstützt. Hilfe erhalten die potentiellen Gründerinnen und Gründer dabei seit 2002 durch die build Gründerzentrum Kärnten GmbH, die wiederum vom KWF gefördert wird. Von der Ausreifung der Geschäftsidee über die Gründung bis hin zu skalierbaren Projekten lautet das Motto.

EU-Mittel:

Auch die Mittelausnutzung im Zuge der EU Programme EFRE-IWB  (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung – Investition in Wachstum und Beschäftigung), EFRE-REACT EU (12,7 Mio. EUR an zusätzlichen Mitteln zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie) und EFRE-INTERREG VA Slowenien-Österreich beziehungsweise Italien-Österreich zeigt ein erfreuliches Bild. So wurden in der aktuellen Periode 2014-2020 bereits 50,5 Mio. EUR an EFRE-IWB-, 5,4 Mio. EUR an EFRE-REACT-EU- und 9,6 Mio. EUR an INTERREG VA-Mitteln für Projekte am Standort Kärnten genehmigt.

Ausblick 2022+:

Die Vorbereitungsarbeiten zum Start der neuen EU-Programmperiode 2021-2027, deren Start bedingt durch die Corona-Pandemie bundesländerübergreifend in das 2. Halbjahr 2022 verschoben wurde, befinden sich auf der Zielgeraden. Die Themen »Intelligenteres Europa« mit dem Schwerpunkt Technologie (Digitalisierung), »Grüneres Europa (Green Deal) | Just Transition Fund« mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft und »Bürgernäheres Europa« mit dem Fokus auf nachhaltige Stadt- und Landentwicklung sind die Leitlinien der neuen Programmstruktur, auf die der KWF noch stärker als bisher seine Förderprogramme und Maßnahmen (Bsp. Ausschreibungen »Ressourcen- und Energieeffizienz in Unternehmen«,  »FIRST.green«) ausrichten wird. Die Fortführung und Intensivierung überbetrieblicher und überregionaler Entwicklungs- und Netzwerkthemen – insbesondere die Forcierung von Kooperation zwischen Unternehmen untereinander, mit Forschungseinrichtungen sowie bundesländerübergreifend – sind ein Kernthema im KWF Portfolio. Die bestehenden Kooperationen mit der Steiermark in den Bereichen Mikroelektronik (Silicon Alps, Silicon Austria Labs) und Klimaschutz | Kreislaufwirtschaft (Green Tech Cluster) sowie mit Oberösterreich in den Bereichen Kunststoff- und Kreislaufwirtschaft werden vorangetrieben, um kritische Größen zu erreichen und am Markt reüssieren zu können. »Gemeinsam stärker« lautet die Devise für neue Perspektiven am globalen Markt. Für 2022 steht dem KWF ein Budget von rund 32 Mio. EUR (16,0 Mio. EUR Regelbudget + 11,9 Mio. EUR Sonderdotation »Stabilisierungsfonds« + 4,2 Mio. EUR EFRE-IBW-Mittel) zur Verfügung.

Download KWF Jahresbericht »Das Jahr 2021« HIER

Download KWF Presseinformation »Das Jahr 2021« HIER

Fotoservice: Johannes Puch, T: 0676.3537291, mail@johannespuch.at

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