CLEANSTONE – Umwelteinflüsse auf Steinbrüche in Österreich und Italien

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CLEANSTONE – Umwelteinflüsse auf Steinbrüche in Österreich und Italien

Infobox

Projektleitung: Università degli Studi di Udine – Dipartimento Politecnico di ingegneria e architettura – DPIA

Programm: Interreg VA Programm Österreich-Italien

Projektpartner:

  • Università degli Studi di Padova
  • Fachhochschule Kärnten– gemeinnützige Privatstiftung, seit 01.01.2022 Fachhochschule Kärnten – gemeinnützige Gesellschaft mbH
  • Confartigianato Imprese Vicenza
  • Eurac Research, Alpen Adria Universität Klagenfurt
  • E.C.O. Institut für Ökologie

Projektlaufzeit: 11|2019 bis 04|2022
Projektbudget gesamt: 862.419,50 EUR (davon EFRE Finanzierung: 733.056,57 EUR)
Projektbudget E.C.O. Institut für Ökologie: 92.999,50 EUR (davon EFRE Finanzierung: 79.049,57 EUR | Kofinanzierung KWF: 13.949,93 EUR)

CLEANSTONE ist eines von vielen Projekten, die von der EU gefördert werden. Wir haben bei einem Projektpartner nachgefragt, was seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt sind.
Herr Dr. Hanns Kirchmeir vom Projektteam des E.C.O. Institut für Ökologie hat unsere Fragen beantwortet.

 

Was sind die Projektziele und wurden alle erwarteten Projektergebnisse bereits erreicht?

Der Bereich der Steinbrüche und des damit verbundenen Abbaus hat einen wichtigen ökonomischen und ökologischen Einfluss auf das Gebiet des Interreg V-A Programms Italien-Österreich, im Speziellen auf das involvierte Land, die Luft und den Wasserhaushalt der Umgebung. Aus den verschiedenen Fertigungs- und Weiterverarbeitungsprozessen entsteht eine substantielle Menge an Beiprodukten (Staub, Puder, Abbrüche, usw.).

Die Aufgabe von E.C.O. Institut für Ökologie im Zuge des Projektes CLEANSTONE war, diese Umwelteinflüsse in unterschiedlichen Steinbrüchen in Österreich und Italien, anhand eines Monitoring Konzeptes und mithilfe des Long-Term-Biodiversity Index (LBI), zu untersuchen.

Die Projektdauer von zwei Jahren ermöglichte Vergleiche der Zustände der Flora und Fauna sowohl in den Steinbrüchen als auch um die Steinbrüche. Die Resultate des Monitorings leisteten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt und der Entwicklung der normativen Basis standardisierter Handlungsleitfäden für die Nachhaltigkeit von Steinbrüchen.

Wie sind Sie dazu gekommen, ein grenzüberschreitendes Projekt umzusetzen?

Die Partnerschaft mit der Università degli Studi die Udine, der Università degli Studi die Padova und Confartigianato Imprese Vicenza wurde auf österreichischer Seite von der Fachhochschule Kärnten initiiert. Martin Schneider, Studiengangsleiter des Bauingenieurwesens, suchte nach einem Partner, der die ökologische Komponente des Projekts abdecken konnte.

Dank unserer langjährigen Erfahrung mit der Abwicklung von Interreg Projekten und unserer vielfältigen Expertise als Ökologiebüro waren wir der ideale Partner. Umwelteinflüsse konnten wir anhand des LBI messen. Dieser basiert auf verschiedenen Überlegungen, Kooperationen und vorangegangenen Initiativen wie beispielsweise der WWF – La Farge globalen Partnerschaft (2003-2007), der Initiative  der internationalen Union zur Bewahrung der Natur Holcim, Globale Standards for Biodiversity Management (2010-2012) und der Initiative BioDIMA der europäischen Vereinigung Industrieminerale (2015-2020).

 

Inwieweit hat der kooperative Ansatz des Projektes Ihre Organisation sowie Ihre PartnerInnen im positiven Sinn verändert?

Die Zusammenarbeit mit unseren italienischen Partnern ist durchwegs positiv abgelaufen. Leider hatten wir durch den Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 nicht die Möglichkeit uns – wie ursprünglich geplant – öfter persönlich zu treffen. Die virtuellen Treffen waren konstruktiv und effizient.  Neben der Weiterentwicklung unserer Sprachkenntnisse und Kenntnisse der italienischen Rahmenbedingungen konnten wir vor allem die vor-Ort Gegebenheiten in Bezug auf Flora und Fauna besser kennenlernen.

 

Was ist für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes entscheidend gewesen?

Ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Partnern innerhalb der Arbeitspakete ist für eine erfolgreiche Umsetzung von solchen umfangreichen Projekten essenziell. Digitale Kommunikationstools erleichtern dies teilweise. Im Laufe der unterschiedlichen Lockdowns während der COVID 19-Pandemie waren Treffen via Teams, Zoom oder Skype wichtige Fixpunkte, um auf dem Laufenden zu bleiben, Ergebnisse auszutauschen und sich mit Projektpartnern abzustimmen.

 

Wenn Sie einem mit EU-Programmen unerfahrenen oder unentschlossenen Projektträger einen Ratschlag geben dürften, wie würde dieser lauten?

Die interne Aufgabenverteilung zwischen Projektmanagement und fachlicher Leitung konnten wir innerhalb des Projektes konsequent durchziehen. Dies ermöglichte es unseren Expertinnen und Experten sich dezidiert auf die Umsetzung der geplanten Aktivitäten bzw. auf die Projektziele zu konzentrieren.

Eine klare Struktur und Aufgabenverteilung sowie eine gut abgestimmte interne und externe Kommunikationsstrategie sind unerlässlich für die erfolgreiche Umsetzung eines Projektes, umso mehr auf grenzüberschreitender Ebene. Dies sollte bereits in der Antragsphase klar definiert werden. Ein guter Antrag ist ein verlässlicher Leitfaden für den Projektablauf.

 

Welche Idiomatik | Wortspiel schildert für Sie am besten die IT-AT grenzüberschreitende Kooperation in Kärnten im Hinblick auf die kommenden 7 Jahre?

IT-AT grenzüberschreitende Kooperation in Kärnten – eine Kammer des Herzes der Alpen-Adria Region.