REHA2030 – Rehabilitation von Schlaganfallpatientinnen im ruralen Raum

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REHA2030 – Rehabilitation von Schlaganfallpatientinnen im ruralen Raum

Infobox

Projektleitung:

Fachhochschule Kärnten – gemeinnützige Privatstiftung, seit 01.01.2022; Fachhochschule Kärnten – gemeinnützige Gesellschaft mbH

Programm: Interreg VA Programm Österreich-Slowenien

Projektpartner:

  • Fakulteta za elektrotehniko, Univerza v Ljubljani
  • Tyromotion GmbH
  • MKS Elektronski sistemi d.o.o.
  • Univerzitetni rehabilitacijski inštitut Republike Slovenije – So?a

Projektlaufzeit: 01|2019 bis 06|2022
Projektbudget gesamt: 824.585,00 EUR (davon EFRE Finanzierung: 660.043,75 EUR)
Projektbudget Fachhochschule Kärnten: 408.535,00 EUR (davon EFRE Finanzierung: 306.401,25 EUR | Kofinanzierung KWF: 85.527,50 EUR)

»REHA2030 – Postklinische Rehabilitation von Schlaganfallpatientinnen und -patienten im ruralen Raum im Jahr 2030  – Telerehabilitation als benutzergerechte Dienstleistung«

ist eines von vielen Projekten, die von der EU gefördert werden. Wir haben bei einem Projektpartner nachgefragt, was seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt sind.
Frau Christina Paril von der Fachhochschule Kärnten hat als Projektleiterin unsere Fragen beantwortet.

 

Was sind die Projektziele und wurden alle erwarteten Projektergebnisse bereits erreicht?

Die Projektziele von REHA2030 lassen sich auf zwei Ebenen beschreiben:

  • Die Etablierung und Beforschung von Telerehabilitation für Schlaganfallpatientinnen und -patienten als benutzergerechte und leistbare Dienstleistung. Dazu gehört einerseits die Entwicklung des Dienstleistungsmodelles selbst und andererseits die Entwicklung der Technologie zur Umsetzung der Telerehabilitation. In allen Aktivitäten sind die relevanten Zielgruppen für die Entwicklung einbezogen: Therapeutinnen und Therapeuten bei der Entwicklung der technischen Systeme, sowie Vertreter von Kliniken, Ausbildung- und Forschungsorganisationen im Gesundheitsbereich, Versicherungen und KMU im Bereich der Teletherapie für die Entwicklung des Dienstleistungsmodells. Als konkretes Umsetzungsmodell wird die Telerehabilitation für Schlaganfallpatientinnen und -patienten mit spastischer Hand-Finger-Funktionalität erarbeitet. In einer 10-wöchigen Testphase im Frühling 2022 werden 3 Personen (zwei in Österreich und eine in Slowenien), begleitet von Therapeuten, im Heimkontext das REHA2030 Telerehabilitationssystem ausprobieren.
  • Die zweite Ebene betrifft die langfristige Etablierung von Teletherapie als zusätzliches Therapieangebot. Bei den Klinikpartnern wird anhand von Patientenanalysen erhoben, welche Kriterien für eine Eignung zur Teletherapie maßgeblich sind. Zudem wird versucht, die verschiedensten Beteiligten eines möglichen Dienstleistungsmodelles zu erfassen und über das Projekt zu informieren.

 

Als langfristigen Nutzen sehen wir die Möglichkeit, Teletherapie als zusätzliches und vom Gesundheitssystem finanziertes Therapieangebot für Kliniken, (freiberufliche) TherapeutInnen und PatientInnen zu etablieren. Denn das tägliche Trainieren und Üben macht den Unterschied im Rehabilitations- und Therapieprozess.

Bedingt durch die Covid-19 Situation erleben digitale Heim-Therapieformen und Anbieter derzeit einen enormen Aufschwung. Viele Produkte sind kommerziell erhältlich. Unsere Prämisse bleibt jedoch der leistbare, benutzergerechte Ansatz, ergänzend zu stationären und persönlichen Therapieeinheiten und stets in enger Zusammenarbeit mit TherapeutInnen. Wir möchten weiterhin im Sinne des Allgemeinwohles forschen – und in diese Richtung gibt es noch sehr viel zu tun.

 

Wie sind Sie dazu gekommen, ein grenzüberschreitendes Projekt umzusetzen?

Wir hatten schon gute Erfahrung mit Interreg Slowenien-Österreich Projekten und tatsächlich hat sich der Keim der REHA2030-Projektpartnerschaft aus einem vorbestehenden Projekt heraus entwickelt. Auf beiden Seiten der Grenze sind dann zur richtigen Zeit noch die richtigen Menschen zusammengekommen und haben mit viel Weitblick und Diskussionsfreude das Projekt REHA2030 initiiert. Im Konsortium sind zwei akademische Forschungspartner (FH Kärnten, Universität Ljubljana), zwei Unternehmen (MKS d.o.o., Tyromotion GmbH) und zwei Kliniken für neurologische Rehabilitation (Univerzitetni rehabilitacijski inštitut Republike Slovenije – So?a, Privatklinik Laßnitzhöhe) vertreten. Diese Zusammensetzung ist sehr ausgeglichen und essentiell für den Erfolg des Projektes.

 

Inwieweit hat der kooperative Ansatz des Projektes Ihre Organisation sowie Ihre Partner im positiven Sinn verändert?

Durch die Kooperation kommen wie bei einem Puzzle verschiedene Teile, bzw. Kompetenzen und Erfahrungen zusammen. Daraus entsteht in Summe das ganze Bild: die Projektergebnisse.

Über die Projektarbeit hinaus hat sich auch eine Annäherung zwischen den akademischen Partnern FH Kärnten und der Universität Ljubljana ergeben: ein Memorandum zu gemeinsamen Doktoraten wurde von den Rektoren beider Organisationen unterzeichnet und ein Masterstudent der Universität Ljubljana schreibt seine Masterarbeit an der FH Kärnten.

 

Was ist für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes entscheidend gewesen?

Entscheidend für REHA2030 war der ständige Austausch zwischen der Projektpartnern, die »unbequemen« Fragen und Diskussionen, die im Endeffekt die Projektidee immer wieder belebt und für ein gemeinsames Projektverständnis gesorgt haben. Dazu sollte der Wille aller Partner, diesen Kurs des »Hinterfragens und Diskutierens« zu erleben und daraus zu lernen unterstrichen werden. Und natürlich ist ein Projektteam, das sich verantwortlich fühlt und die Arbeit mit Herzblut vorantreibt von essenzieller Bedeutung.

 

Wenn Sie einem mit EU-Programmen unerfahrenen oder unentschlossenen Projektträger einen Ratschlag geben dürften, wie würde dieser lauten?

INTERREG-Programme unterscheiden sich maßgeblich von anderen EU-Programmen. Einem mit Interreg unerfahrenen Partner würde ich raten, das Aufklärungsgespräch über die finanzielle Berichtslegung SEHR ernst zu nehmen, weil dies eine entscheidende Rolle für die reibungslose finanzielle Abwicklung des Projektes und für einen vernünftigen Management-Arbeitsaufwand spielt. Darüber hinaus kann ich unerfahrenen Partnern die inhaltliche Gestaltungsfreiheit der Interreg Programme nur empfehlen.